Der Prager Schriftsteller Franz Kafka, geboren 1884 und der 1924 im Alter von nur vierzig Jahren starb, schrieb 1917 u.a. die Erzählung „Ein Bericht für eine Akademie“:
Ein Affe, der an der afrikanischen Goldküste angeschossen und eingefangen wird, erzählt vor einem erlauchten Publikum von seiner Gefangenschaft, von seinem Überleben, seinem Lernprozess zu leben unter Menschen. Wie er sich immer mehr entfremdet von seinem äffischen Wesen. Wohl ist er sich der Einmaligkeit seines Lernerfolges bewusst, zweifelt aber an dessen Wert, am Wert des Menschseins überhaupt.
Kafkas Erzählung wurde 1962 zum ersten Mal auf einer Bühne aufgeführt und ist und bleibt ein Bravourstück für einen Schauspieler. Seit 1987 spielt der Schauspieler Hans Schwab diesen Affen, facettenreich, wandlungsfähig, nicht Darsteller, sondern gelebte Rolle, der in einem mühsamen Lernprozess Schritt für Schritt und mit Hilfe menschlicher Lehrer sein äffisches Wesen aufgibt, heute auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn steht und sich in die Menschenwelt eingefunden hat.
Nach der Pause, im zweiten Teil des Abends folgt: „Erinnern an Kafka“.
Denn einerseits gilt Kafka als besonders schwieriger, nicht selten in Rätseln sprechender Autor, andrerseits gibt es keinen weiteren Autor des 20. Jahrhundert, der derart viele Kunstschaffende beeinflusst hat, darunter Maler, Filmregisseure, Komponisten, Schauspieler und Theatermacher. Die Regisseurin Ronka Nickel und Hans Schwab lesen und erzählen aus dem Leben von Franz Kafka und versuchen mit Texten und mit authentischen, projizierten Fotos aus der Zeit, eine weitere Annäherung an Franz Kafka. An einen der größten Autoren des 20. Jahrhunderts.
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Die Ortenberger Presse schreibt:
„Meisterhaftes Spiel
Das Publikum war gefesselt von Kafkas großartiger Erzählung, aber in erster Linie von Schwabs meisterhaftem Spiel.
Ihm gelingt es mit seinem ganzen Körper die Figur des Rotpeter lebendig werden zu lassen.“